Tagebuch der "Gib dem Affen Zucker" Tour 2006
Freitag 28.07.2006
Morgen soll´s nun endlich auf Tour gehen, eine Woche lang Radfahren, Bier trinken und wenig Hygiene. Zumindest aufs Radfahren und das abendliche Biertrinken freut sich jeder. Aufs stinken weniger, aber das nimmt man als gegeben hin.
Noch schnell die letzten Sachen einkaufen und dann kann’s fast losgehen. Plötzlich zieht ein Gewitter auf, dass seines gleichen sucht. Es regnet ununterbrochen und in der Bahnhofstraße kreuzt ein komplettes Wellblechdach einen Meter vorm Auto meinen Weg. Um ein Haar hätte die Tour ihr Ende gefunden bevor sie angefangen hätte.
Auf den Schreck gibt’s abends fein Nudeln und lecker Bier.
Samstag 29.07.2006
Nach nem guten Frühstück verstauten sich Fitz (Besen), Flunsch, Kenny und ich (Stummel) selbst noch irgendwie im ohnehin schon überfülltem Auto und los ging’s Richtung Nürnberg/Wendelstein wo Quasi und Alex uns bereits sehnsüchtig erwarteten. Der Park in Wendelstein ist sehr fein und man merkt sofort, dass er für BMXer gemacht ist. Spines, Wallrides und ne feine Mini, was will man mehr? Daniel Holzinger und seine Jungs haben uns nett aufgenommen, als Locals zeigten sie uns natürlich wo der Hammer hängt. Bei Temperaturen um die 35° war das schwitzen und stinken schon am 1. Tag ne Selbstverständlichkeit. Der 1. Tag auf Tour und wie soll’s anders sein, hohl ich mir den 1. Platten. Manuals auf nem Flatrail haben’s eben doch in sich. Die Manualfahrerei hat Flunsch im Gegensatz zu mir schon perfektioniert weit und stylisch, das sind seine Markenzeichen. Alex versucht verkrampft seiner Nasen OP zu entgehen, indem er ständig Wallrides von Quater to Bank versucht. Weder mit nem gestandenem Trick noch mit nem ordentlichen Nasenslam will’s klappen. Während ich verzweifelt versuche Barspins mit meinem neune Lenker zu stehen, klappt das bei Quasi ziemlich gut. Als dann Herr Holziger provezeit, dass es gleich regnen wird tritt dies dann auch ein und irgendwie war jeder froh, dass es endlich ein wenig Abkühlung gab.
Abends gab’s dann lecker Bier und Wodka Cola bei Quasi in Nürnberg. Für Kleinstadtmenschen ist es sehr erstaunlich wie viel Leben auf so einer Großstadtstraße um 11 Uhr abends herrscht. Gerade als man an nichts Schlechtes denkt, sieht man wie sich der Nachbar die Brusthaare zupft. Ja, Bodyshaving ist in. Ekelhaft wird die Sache nur, als wir feststellen, dass der gute Herr sein Haare isst. Viel ekelhafter und komischer wird die Sache, als wir feststellen das es sich bei dem Nachbarn um eine Frau handelt. Pfui. Auf den Schreck gibt’s noch n Bier und ne Wodka Cola und dann ab ins Bett.
Sonntach 30.07.2006
Nach nem 6 Mann Frühstück in ner kleinen Küche brachen wir gegen Mittag Richtung München auf. Auf der Autobahn gab’s jede Menge fliegende Holländer zu sehen, die mal wieder jedes Klischee bestätigten und ihr Auto über den Highway steuerten als gäbe es kein morgen mehr.
Gegen 14 Uhr Ankunft bei Herrn Fuchs in Dachau, da es wieder gut warm war, entschieden wir uns erstmal chillen zu gehen. Am Karlsfelder See gab’s die nötige Abkühlung, welche aber dank der Pinken Maus nicht lange anhielt. Aber irgendwie scheinen Mädels nicht so auf schwitzige BMXer zu stehen.
Am späten Nachmittag ging’s dann nach Lohhof. Verwunderlich war, dass in nem kleinem Vorort von München keiner wusste wo der Park sein sollte. Nach einigem Suchen fanden wir ihn dann doch, abgelegen am Ortsrand. Flunsch manualte sich mal wieder durch den Park, dass es eine wahre Pracht war. Ich fand gefallen an dem Woppel, oder wie man auch immer diese Woppeldinger nennt. Schlecht daran war nur, dass ich nen 180° nicht wirklich aus dem Ding stehen konnte. Da Fitz und Kenny den Park für relativ schlecht erklärten, machten sie sich auf die Mini in Grund und Boden zu fahren. Wie soll’s anders sein? 2. Tag und ich fahr meinen 2.Platten, 360° Versuch und mein Hinterrad war um einiges an Luft ärmer. Dafür gab’s nen Riesenknall und alle waren wieder wach. Irgendwann hatten wir dann auf Grund der Hitze genug. Wir beschlossen schweißig wie wir wahren bei Burger King jede Menge totes Tier einzufahren. Wir hatten so den Eindruck, dass viele Kunden es nicht mögen wenn fünf man da sitzen und nach Schweiß stinken. Irgendwie war der Laden dann auch recht schnell recht leer geworden. Abends gab’s dann für jeden die wohlverdienten Bier und die nötige Dusche. Als sich Flunsch mit der Begründung ablegen wollte er hätte genug Bier getrunken drohte ihm Fuchse damit, in an seinen Baum zu binden und ihm solange Bier einzuflößen bis er normal geworden ist. Das wäre sicher ne Schau geworden, aber Flunsch trank freiwillich weiter. Man ist ja net umsonst 16 geworden.
Montach 31.07.2006
Der dritte Tag und überraschenderweise ging es allen gut. Keiner klagte über
Kopfschmerzen.
Es gab wieder fein Frühstück, wir machten uns nochmals auf Richtung Lohhof um im 360° Sportshop die ein oder andere Mark zu lassen. Anschließend ging’s dann nach Emmeringen, wir fanden die Halle auch auf abhieb. Was uns hier erwartete war für uns Kleinhallenbetreiber fast nicht zu fassen. Ne 4000m² Halle, in der die Betreiber für 40.000 Tacken (ja ganz recht 40.000€) grad nen Bowl für die Games Convention in Leipzig bauen. Unglaublich. Unglaublich war auch der Aufbau der Halle. Feine Rampen, viele Spielereien und ein riesiges Foampit. Es ist der dritte Tag unserer Tour und zur Überraschung aller überstehe ich diesen ohne mir nen Platten zu fahren. Dafür endet mein erstes Manöver an der Quater mit nem Oberschenkelcopingklatscher, dass ich fast das Rad für den Rest des Tages in die Ecke stellen muss. Nach nem gutem Schluck Zaubertrank geht’s mir aber schon besser und ich entschließe mich die Halle nicht ungefahren wieder zu verlassen. Flunsch manualt mal wieder, wie soll’s sein, wie ein junger Herrgott. Die große Hip Kombi Rampe manualt er lässich mit nem pfeifen auf dem Gesicht, und ich frage mich ständig wie er das anstellt. Fitz versucht verzweifelt einen Backflip ins Foampit zu ziehen, aber es sieht dann doch mehr wie ein Wadenkrampf aus. Eigentlich sollte man in so einer Halle ständig über irgendwelche feinen Tricks schreiben können. Aber ich war zu sehr mit mir und meinem Rad beschäftigt, als das ich mich groß auf andere Leute konzentrieren konnte. Für meinen Teil kann ich nur noch berichten, dass ich es nicht schaffe den curved Wallride auch nur annähernd zu stehen. Aber der fällt beim nächsten Besuch, und nen neuen Bunny Hob Rekord konnte ich auch nicht aufstellen. Nach enttäuschenden 80cm war das Ende der Fahnenstange erreicht.
Abends hatten wir uns vorgenommen, bei Herrn Fuchs die Elster zu suchen. Zuvor wollten wir uns allerdings erstmal mit Fleisch und Bier stärken. Wir mussten noch ein paar Sachen einkaufen. Irgendwie fanden dabei ein paar 12 jährige Mädels unseren Schweißgeruch geil, woraufhin sie uns mit der bitte Ihnen doch einen Red Bull zu kaufen, anmachten. Wie am Abend zuvor tranken wir das ein oder andere Bier. Wobei jedoch Frau Elster dann irgendwo auf der Strecke blieb.
Dienstag 01.08.2006
Mit nem leichtem Kater wache ich als erster auf, sehe das alle noch schlafen und nutze die Gunst der Stunde um etwas technische Mechanik zu rechnen. Was ungefähr so viel Erfolg hatte, wie auf dem Oktoberfest nüchtern zu bleiben. Nach einem erneuten reichlichem Frühstück machten wir uns dann auf in Richtung Bodensee. Wir schafften es uns 1 ½ Stunden im Landkreis Dachau zu verfahren. Vielleicht lag es am schlechten Wetter, dass uns die Stimmung etwas vermieste. Wahrscheinlich doch eher daran, dass wir einfach die falsche Autobahnauffahrt genommen haben. Bei einer Erkundungstour durch den Langkreis, fanden wir dann doch die Richtige Autobahn. Aber die Sonne wollte sich noch immer nicht so richtig blicken lassen. Nach einer längeren Tour im Regen kamen wir endlich in Bregenz/Österreich an. Zunächst wussten wir nicht wohin. Einmal durch den Ort und zurück und wir hatten den Park gefunden. Endlich kam auch die Sonne wieder etwas heraus, so machte der Park einen richtig guten Eindruck auf uns und wir freuten uns ihn morgen endlich zu fahren. Jetzt aber schnell nen Zeltplatz finden, davor Bierchen kaufen und dann mit großer Vorfreude schlafen gehen. Als wir auf dem Zeltplatz unserer Wahl eintrafen, stellten wir nach einigen Minuten fest dass im Nachbarzelt BMXer hausten. Kurz darauf kam heraus, dass die anderen aus Gera kommen. Man muss schon bis nach Österreich fahren um seine Nachbarn zu treffen. Pünktlich zum Abschluss der Zeltaufbauarbeiten begann es wieder zu regnen. Was uns die Stimmung leicht vermieste. Diese wurde jedoch bei den Nachbarn schnell mit Bier aufgefrischt. Die Geraboys reisten mit richtig viel kompfort, so hatten sie auch ein Pavillon dabei, dass sich bei dem Regenwetter auch recht schnell füllte. Schade war nur, dass es keine netten Mädels waren. Es gesellten sich Oberbayern zu uns, die uns ständig Schauergeschichten über Cousinenvögelei und 13mal einen runterholen erzählten. Auch von Bongwasser saufenden Hunden war da die rede. Irgendwann wurde uns das zuviel und wir gingen schlafen um am nächsten morgen nicht vom Rad zu fallen.
Mittwoch 02.08.2006
Gut ausgeschlafen wachten wir alle auf, anfänglich sah es nach regen aus, jedoch kam recht bald die Sonne heraus. Also auf zum Park und fahren was das Zeug hält. Ich war so überwältigt von Hard, das ich mir als erste Amtshandlung gleich mein Peg in die Wade rammte und zwar mit solch einer Wucht, dass der Tag für mich fast gelaufen wäre. Aber nen Park wie in Hard kann man selbst mit einem Bein nicht links liegen lassen. Ein echter Uru Buru kennt keinen Schmerz und eben wieder rauf aufs Rad. Ich kann eigentlich über diesen Tag nochweniger berichten als über Emmeringen. Das liegt aber nicht an der letzten Nacht, sondern einfach daran, dass ich zu sehr mit mir selbst und meinem Rad beschäftigt war. Ich denke mal den anderen Jungs ging’s da ganz ähnlich, was wieder mal ins Auge viel war Flunsch´s Manualerei. Hard ist ein Highspeedpark, den man nicht ohne Bremse fahren sollte. Gott sei dank fahre ich mittlerweile nur noch mit Hinterbremse, sonst hätte ich Flunsch kurz vor einem Manöver aufgeraucht. Die Gera Jungs sind auch nicht schlecht abgegangen und alle hatten Ihre Freude. Nach nem langen Tag Rad fahren waren wir wirklich am Ende und beschlossen Richtung Zeltplatz aufzubrechen. Noch schnell n paar Postkarten an die Lieben zu Hause schreiben und dann schön chillen und mal in den Bodensee springen. So erspart man sich auch die heiße Dusche. Leider sollte die unser einziger Tag in Hard bleiben, da es in der Nacht aus allen Eimern regnete. Als wir am nächsten Morgen feststellten, dass das Zelt durchnässt ist und sich an der Großwetterlage auch nichts ändern würde, beschlossen wir Richtung Heimat aufzubrechen.
Alles in allem war es ein sehr feiner Roadtrip, sicher nicht der letzte und Hard sieht uns sicher auch wieder.
<< Zurück